Unsere vierstündigen EU-Kompakt-Kurse bieten Jugendlichen ab der 9. Klasse verschiedene und besonders partizipative Zugänge zu Grundlagen der europäischen Integration. Ziel des Bildungsangebotes ist es, junge Menschen und ihre demokratische Teilhabe in Europa zu stärken. Denn nur, wer informiert ist, kann auch politisch aktiv werden.

In jeden Kurs starten die geschulten Peer-Trainer*innen gemeinsam mit den Jugendlichen mit einem spielerischen Kennenlernen, einem interaktiven thematischen Einstieg und dem Erstellen einer Fragenwand zur aktuellen europäischen Politik. Dies erfolgt, um ein passgenaues Angebot bezogen auf die Interessen, den Wissensstand und momentane politische Debatten in der Klasse schaffen zu können.
Auf Basis der Präferenzen der Teilnehmenden arbeiten diese im zweiten von drei Teilen anschließend in verschiedenen Workshops weiter:

Warum gibt es die EU? Wie hat sie sich entwickelt?

In den Kleingruppen begeben sich die Schüler*innen auf die Suche nach Meilensteinen in der Geschichte der EU und persönlichen Bezugspunkten. Der Prozess der europäischen Integration wird hierbei unter einer historischen Entwicklungsperspektive betrachtet.

Wer bestimmt die EU-Politik? Wer ist der Chef der EU?

Die Teilnehmenden des Workshops finden heraus, wer dahin steckt, wenn es heißt „Die EU hat beschlossen“. Die Zusammenarbeit der verschiedenen europäischen Institutionen wird entwirrt und diskutiert, sowie persönliche Einflussmöglichkeiten im europäischen Mehrebenensystem beurteilt.

Wie kann ich europäische Politik mitbestimmen? Welche Räume zur Partizipation bieten sich mir in der EU?

Im dritten Workshop erfahren die jungen Menschen mehr über verschiedene Möglichkeiten der Partizipation auf Bürger*innenebene. Sie reflektieren ihre eigenen politischen Anliegen, entwickeln Handlungsideen und diskutieren Umsetzungsmöglichkeiten sowie -grenzen.

Im Anschluss an die differenzierten und vertiefenden Workshops wird eine gemeinsame Gesprächsrunde eröffnet, in welcher die bereits zu Beginn gestellten und im Verlauf des Kurses noch aufgekommenen Fragen diskutiert und beantwortet werden. Besonders wichtig ist hierbei der Aspekt, dass den Schüler*innen keine Thematiken übergestülpt werden, sondern sich an ihrem Interesse orientiert wird, um das Gespräch persönlich bedeutsam zu machen.

Junge Peer-Trainer*innen, welche ein spezifisches Programm der Qualitätssicherung durchlaufen, besuchen im Tandem die Schulen und führen die vierstündigen Kurse durch. Das Angebot ist für Schulen und Jugendgruppen kostenlos und wird über Drittmittel finanziert. Die EU-Kompakt-Kurse sind für max. 25 Teilnehmende konzipiert. Eine Vorbereitung im Fachunterricht und Vorwissen zur EU sind nicht erforderlich. Der Kurs kann vielmehr als erster Input für weitere Vertiefung angesehen werden.

Der digitale EU-Kompakt-Kurs
Im Zuge der Covid-19-Pandemie und den damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen wurde vom internationalen Netzwerk Understanding Europe ein digitaler EU-Kompakt-Kurs entwickelt. Dieser beinhaltet die bereits vorgestellten Bestandteile und verlagert diese in den digitalen Raum. Lehrkräfte können bei der Buchung in Absprache mit den Trainer*innen des Vereins bewerten, ob eine analoge oder digitale Durchführung anzustreben ist.

Fotos: Stefanie Loos / Schwarzkopf-Stiftung